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Warum Geld Investieren

Bevor man sich mit der Frage wie man sein Geld investieren sollte beschäftigt, sollte man sich die Frage stellen, warum man Geld anlegen möchte. Auf dieser Seite werden einige (grundlegende) Begriffe erklärt, verdeutlicht, warum es für jeden einzelnen wichtig ist, Geld gewinnbringend anzulegen und beschrieben warum man als Privatanleger am besten mit Hilfe von ETFs (Exchange Traded Funds – auch Index Fonds genannt) langfristig, sicher und einfach ein Vermögen und eine Vorsorge aufbauen kann.

Niemand kann die Frage „Welche Aktien kaufe ich jetzt am besten, damit ich in 20 bis 30 Jahren damit meine Versorgung absichern kann?“ beantworten. Vielleicht (mit viel Glück und noch mehr Arbeit) kann man einzelne Werte identifizieren, von denen man relativ sicher erwarten kann, dass sie in den nächsten 1-3 Jahren im Wert steigen. Aber:

  1. Selbst etablierte Unternehmen können sehr unangenehme Überraschungen bereit halten.
  2. Muss man hier sehr viel Arbeit und Zeit aufwenden um sinnvolle Unternehmen zu finden.
  3. Erfordert das ganze ein recht gutes Verständnis von Wirtschaft, Finanzen und Unternehmensbewertung und -anlayse.

Für die allermeisten Personen ist der Aufwand das Risiko und auch die Rendite nicht wert. Außer man möchte mehrere Stunden damit zubringen, Unternehmen zu suchen und zu analysieren, sollte man eher versuchen, seine Anlagestrategie insoweit zu vereinfachen und zu automatisieren, dass man mit möglichst geringem Risiko eine möglichst hohe Rendite erzielt.

Die Idee von SmartPlankton ist es nicht, einzelne Aktien, Anleihen oder andere Anlageformen zu besprechen oder gar anzupreisen, das Ziel ist es viel eher ein gutes Grundverständnis von Wirtschaft und den Kapitalmärkten zu schaffen, um so jedem einzelnen zu ermächtigen für sich selbst zu entscheiden, wie er sein Geld am besten und sinnvollsten anlegen kann.

Was sind Aktien?
Aktien sind Anteile an einem Unternehmen die den Eigentümer dieser Anteile zu einem Miteigentümern an einem Unternehmen machen und ihm, in den meisten Fällen, ein Stimmrecht geben, wenn es um Entscheidungen für das Unternehmen geht. Über Aktien ist man auch an den Gewinnen und Verlusten eines Unternehmens beteiligt. Beispiel: A gründet eine Firma “X” die Autos produziert. Insgesamt gibt es 100 Aktien die den Gesamtwert der Firma widerspiegeln. A besitzt 90 dieser Aktien, ihm gehört also 90% von X. 10 der Aktien hat A an B verkauft – B gehören also 10% der Firma X. Im Jahr 2015 hat die Firma €1.000 verdient und verteilt diese an ihre Eigentümer: A würde €900 erhalten und B €100.

Was sind Anleihen und Zinsen?
Wie oben beschrieben erhält man beim Kauf von Aktien, eine Beteiligung an dem Unternehmen von dem man Aktien erworben hat. Unternehmen können sich aber auch Geld leihen und geben dazu, meist fest verzinste, “Anleihen” aus. Wenn man diese erwirbt, erhält man über einen vorbestimmten Zeitraum Zinsen und natürlich am Ende der Laufzeit sein geliehenes Geld zurück.
Zinsen auf Anleihen sind wie Zinsen auf Gespartes. Sie sind eine Zahlung die man erhält wenn man einer Person/Bank/Firma Geld leiht.
Beispiel:
Die Firma X benötigt €1.000 für die nächsten drei Jahre, möchte aber nicht Teile des Unternehmens dafür verkaufen. Also leiht sie sich das Geld von Person A. Dafür erhält A 5% Zinsen im Jahr. A erhält von X also drei Jahre lang jedes Jahr €50 und nach Ablauf der drei Jahre seine ursprünglichen €1.000 zurück.

Fast 80% des Vermögens der Deutschen besteht aus Bankguthaben und Geldanlagen bei Versicherungen. Nur ein recht geringer Teil von 15,5% ist in Investmentzertifikate oder direkt in Aktien investiert. Die Gründe hierfür mögen vielfältig sein, und sicherlich ist ein insgesamt eher schlechtes Verständnis der Finanzmärkte ebenso ausschlaggebend wie eine kulturell bedingte Neigung zum sparen in Form von Bankguthaben und Versicherungen. Das Resultat ist davon jedoch unabhängig und bedeutet leider für “den Durchschnittsdeutschen”, dass sein Geld nur sehr geringe bis gar keine Erträge abwirft, besonders in Zeiten von sehr niedrigen Zinsen.

aufteilung-des-geldvermoegens-in-deutschland

Nun könnte man natürlich sagen, dass die Kurseinbrüche der Jahre 2008, 2013 oder Anfang 2016 den Vorlieben der Deutschen Recht gegeben haben, in turbulenten Zeiten erscheinen Sparbücher bei Banken als sicher Hafen. Diese verlieren nicht, wie z.B. Aktien, an Wert, wenn sich die generelle wirtschaftliche Lage verschlechtert. Was man an Zinsen erhält mag zwar immer weniger werden und die Inflation die Kaufkraft des Geldes verringern, aber der nominale Wert des Geldvermögens bleibt mindestens gleich.

Warum sollte ich also mein Geld in Aktien oder andere Anlageformen investieren, wenn diese doch an Wert verlieren können, was mein Geld auf dem Konto (zumindest nominell) nicht kann? Die kurze Antwort ist dies:

Langfristig gibt es keine (einfachen und für (fast) jeden passende) Alternativen (mit Immobilien, Kunst, Autos und sonstigen „Anlageformen“ beschäftigen wir uns hier nicht), um ein Vermögen aufzubauen und eine Vorsorge (für die Rente) zu schaffen. Geld auf dem Konto wird auf absehbare Zeit keine Zinsen jenseits der Inflationsrate abwerfen.

Eine große Angst ist, dass man mit Aktien viel Geld verlieren kann. Dies lässt aber einen entscheidenden Faktor außer Acht: Zeit. Denn selbst wenn eine Person kurz vor Beginn der Finanzkrise in 2008 zu dem damaligen Höchststand in den DAX investiert haben sollte, hätte er die Verluste der Jahre 2008 und auch 2012 und 2013 schon wieder mehr als gut gemacht (siehe Abbildung 2[1]).

dax-entwicklung-2008-2016

Auf die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte werden wir später noch genauer eingehen, nur so viel dazu: Selbstverständlich gibt es Auf- und Abschwünge an den Aktienmärkten, deutlich wird aber auch, dass über einen längeren Zeitraum die Tendenz nach oben geht. So ist der DAX in den Jahren 1988 bis 2013 insgesamt durchschnittlich um 8% pro Jahr gestiegen.[2] Der DAX, der “Deutsche Aktienindex” besteht aus den 30 “wichtigsten” deutschen Unternehmen. In ihm sind die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen vertreten.[3]

Das bedeutet natürlich nicht, dass es eine Garantie gibt, dass man, wenn man jetzt in den DAX investiert, in 20 Jahren auf jeden Fall einen Gewinn von 8% pro Jahr erzielt. Es gibt auch (extremen) Fälle, die auch bei langfristiger Beobachtung nicht die erwartete positive Entwicklung aufzeigen. Anders als der oben beschriebene DAX hat der japanische Nikkei[4] Index (siehe Abbildung 3) seinen in 1989 erreichten Höchstwert bis heute nicht wieder einholen können. Hierbei mag es sich sicherlich um einen extremen Fall handeln, aber es sollte einem doch zu denken geben. Auch ohne Hintergrundwissen zum japanischen Markt, kann man sich alleine durch einen Blick auf die Entwicklung des Nikkei in den Jahren 1950 – 1989 gut vorstellen, wie Leute nur von stetig steigenden Kursen sprachen.

Was ist ein Index?
Ein Index beschreibt eine Gruppe von Unternehmen die eine/mehrere Gemeinsamkeiten verbindet.
Der DAX fasst z.B. die 30 umsatzstärksten deutschen Unternehmen zusammen. Vergleichbare Indexe gibt es in vielen Ländern, so z.B. der Nikkei in Japan.
Es gibt aber auch Indexe, die Unternehmen nach anderen Kriterien gruppieren. So gibt es Indexe, welche die größten Firmen der EU beinhalten oder Indexe, welche die umweltfreundlichsten Unternehmen Asiens zusammenfassen. Woraus ein Index besteht kann frei gewählt werden und es gibt keine feste Anzahl an Indexen sondern kann beliebig viele und verschiedene geben.

Warum der Nikkei letztendlich kollabiert ist ein separates Thema.[5] Deutlich ist aber, dass ein Investor der vor dem Kurssturz 1989 in den Nikkei investiert hat, bis heute noch immer nicht seine Verluste wieder aufgeholt hätte. Man kann also nicht generell sagen, dass jeder der in Aktien investiert immer (langfristig) Gewinn macht. Letztendlich bleibt ein gewisses Restrisiko – entscheidend ist, das Risiko so weit zu minimieren, dass man noch ruhig schlafen kann[6] und trotzdem noch Gewinne erwirtschaftet. Genauso, wie man nicht garantieren kann, dass die Aktienmärkte immer nur eine Richtung kennen, nämlich aufwärts, sollte man auch den oben aufgezeigten Nikkei nicht als Abschreckung verstehen. Einer der wichtigsten Grundsätze dabei ist, dass man möglichst viele verschiedene Aktien von möglichst vielen verschiedenen Ländern und Industrien im eigenen Portfolio halten sollte. Wie man dadurch das eigene Risiko minimieren und letztlich kontrollieren kann und wie man seine Chancen erhört, langfristig Gewinne zu erwirtschaften wird auf SmartPlankton genau erörtern.

Was ist ein Portfolio?
Dieser Begriff beschreibt das eigene Vermögen. Das Portfolio setzt sich aus allen Werten (z.B. Aktien, Anleihen, usw.) zusammen, die man gekauft hat. Es ist ein Überbegriff um alle Vermögenswerte (auch Konten, Kunst usw.) zusammen zu fassen.

nikkei

Am Beispiel von Japan kann man sehr gut erkennen, dass es wichtig ist, nicht nur in ein Land zu investieren. Um das zu verdeutlichen, hilft ein Blick auf den Verlauf eines weiteren Index: Den des MSCI World Index (siehe Abbildung 4). Auch hier, ohne zu weit ins Detail gehen zu wollen kann man sich (grob vereinfacht) vorstellen, dass der MSCI World Index die Entwicklung der Aktienmärkte Weltweit[7] widerspiegelt. Wir haben also oben die Entwicklung des DAX und des Nikkei betrachtet, welche die Entwicklung der Aktienmärkte Deutschlands und Japans spiegeln und sehen nun, dass trotz der stark negativen Bewegung des japanischen Index, und Unternehmen aus des japanischen Nikkei sind im MSCI World Index enthalten, der Weltindex, vor allem wenn man den Zeitraum 1990 bis 2000 vergleicht, weiter gestiegen ist. Selbstverständlich gibt es auch bei diesem weltweiten Index Einbrüche, am deutlichsten sind die Einbrüche in 2000 und 2008, aber auch von diesen Einbrüchen hat sich der MSCI World Index wieder erholt.

msci-world-index

Natürlich kann niemand eine Garantie dafür abgeben, dass die Märkte für immer jedes Jahr um ~5% steigen, die Alternative ist jedoch ein garantierter Wertverlust des eigenen Vermögens, wenn dieses zu niedrigen / keinen Zinsen auf dem Bankkonto liegt. Wichtig ist, dass man sein Geld sinnvoll und sicher anlegt. Wie und warum man das mit Hilfe von ETFs erreichen wird hier erklärt und natürlich auch generell auf SmartPlankton und im kostenlosen Newsletter.

[1] Dies ignoriert die starken Verluste vom Januar 2016. Unter die Höchstmarke von knapp 8.000 Punkten ist der DAX aber auch hier nicht gefallen (der Niedrigste Stand war rund 8.700 Punkte).

[2] siehe https://www.test.de/25-Jahre-deutscher-Aktienindex-Dax-Im-Schnitt-8-Prozent-Plus-4568317-0/

[3] Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die ein Unternehmen erfüllen muss, um in den DAX aufgenommen zu werden und dort geführt zu werden. Genauere Infos dazu können hier gefunden werden: http://de.wikipedia.org/wiki/DAX

[4] Der “Nikkei” ist quasi der “DAX von Japan” – auch hier kann man sich einfach vorstellen, dass der Nikkei den Wert der größten japanischen Unternehmen spiegelt.

[5] Wer sich für dieses Thema interessiert, kann erste Informationen hierzu bei Wikipedia finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Ushinawareta_Nij%C5%ABnen

[6] Das mag sich hier erst mal nach einem etwas “albernen Kommentar” anhören, wenn wir etwas genauer über Risiko, Risikobereitschaft und Gewinnchancen reden, werde ich aber noch mal genauer darauf eingehen, warum der “ruhig schlafen” Test tatsächlich sehr gut ist.

[7] Tatsächlich sind im MSCI World Index nur Firmen aus 23 Länder vertreten, hierbei handelt es sich aber um die wirtschaftlich wichtigsten Länder.